Vall de laguar, ca 2000km, mit dem EV und Wohnwagen – Wahnsinn
Prolog:
Die Tour war vom 06.06.2026 bis zum 12.07.2026
Ja, man kann es Übermütigkeit, Wahnsinn oder einfach nur naiv bezeichnen wenn man nach dem ersten (erfolgreichen) Fahrt über 1300km nun meint, noch zwei Level drauf zusetzen.
Kapitel 1:
„Der Anfang“
Ola, Südfrankreich war gestern (letztes Jahr), wo ist es im Frühsommer auch warm (ggf. wärmer) und was muß man auf seiner Tourliste unbedingt drauf haben ? Spanien ! Okay, Land ist gefunden, wohin genau, Spanien ist groß? Als Jugendlicher war ich mal in der Nähe von Alicante. Liegt gut südlich, Temperaturen in den anvisierten Mai/Juni super, auch die Wahrscheinlichkeit im Meer zu schwimmen, ist groß. Also in der Ecke von Alicante, dann die Suche nach einem schönen Campingplatz. Ahhh, da bin ich dann doch extrem aus allen Wolken gefallen. Unzählige Platzvorstellungen der Youtuber und Co. zeigten, die Plätze sind im Grunde alle gleich. Für mich, bessere Mobilstellplätze. Ja, natürlich mit Pools, Schwimmlandschaften, Animationen etc.pp. Super ausgestattet, modern in den meisten Fällen, Waschhäuser vom Feinsten und so fort.
Aber das ist nicht meins, ja, für ein paar Tage ggf. nett, aber ich bin eher der Typ viel Grün, schöne Aussicht, Privatsphäre usw. Und da ist Spanien jetzt nicht unbedingt das ideale Land, insbesondere an der costa blanca nicht. Hier sind die Plätze/Parzellen klein, kaum grün, Hotelburgen und große Touristenzentren in der direkten Nähe. Mich nicht falsch verstehen, ich bin irgendwie ein Teil dieses Ganzen Tourismus. Ist mir bewusst, aber das ist dann doch too mutch. Hier darf man die Niederländer mal als Vorbild nennen, die haben es auch geschafft auf der einen Seite eine Tourismusgigantismus zu etablieren aber den Schein zu halbwegs aufrecht zu erhalten, das es dann doch noch irgendwie in das Bild passt. Die Balance passt bei den Niederländer irgendwie. In Spanien hab ich immer das Gefühl, eine Art Mentalität von Legehennen. Weißware an Weißware. Springt man zu weit aus dem Wohnwagen, landet man bei den Nachbarn direkt ins Bett.
Aber das war nicht der einzige Grund gegen die Küstennähe, auch die Sicherheit gegen Starkregen und anderen Unwetter sollte berücksichtigt werden. Aufmerksam würde ich auf das Problem als einer der Youtuber darüber berichteten das der Platz noch einige Arbeiten zu tun hatte um die Schäden zu beseitigen. Ja, wow, sowas hatte ich ja bisher noch gar nicht auf dem Radar. Was macht man wenn man schon länger mit KI rumspielt? Einfach mal die KI mit all den Wünschen und Vorgaben füttern und schauen was die ausspuckt. Was kam raus? Viel Blödsinn, was bei der KI zur Zeit normal ist. Die versucht dir wie ein Gebrauchtwagenverkäufer irgendwas anzudrehen. Viele Legehennenplätze, Plätze irgendwo in Nirgendwo, aber auch die berühmten Standard Nullachtfünfzehn Plätze. Aber darunter auch ein interessanter Platz der dem Ideal für mich sehr nah kommt. Kompromiss war, 30min bis zum Strand. Aber okay. Viel Videomaterial vom Platz gibt es nicht. Irgendein uraltes Video von einem lokalen Nachrichtensender der den Platz kurz vorstellte und ein paar Videos von Briten und Niederländer, die auch nicht viel aussagten. Wobei, das Video vom Briten war soweit hilfreich weil er erwähnte, das die Strecke sehr eng und kurvig ist.
Kapitel 2:
„Planung ! Planung ? Für die Katz !“
Der erste Punkt, Mai/Juni war relativ schnell hinfällig, der Job machte einen Strich durch die Rechnung. Selbst der neue Termin, Juni/Juli war auf wackligen Füßen. Man ist frustrierend wenn man nicht stabil planen kann. Insbesondere wo der Wohnwagen noch reisefertig gemacht und beladen werden muß. Natürlich kann man einige Dinge im Vorfeld machen, aber eben nicht alles. Und die Unwetter kurz vor unserer Abfahrt haben das dann auch noch behindert, beim Starkregen arbeitet man nicht am Wohnwagen. Auch musste der Wohnwagen an seinem Überwinterungsplatz stehen, da vor dem Haus kein Platz war. Blöd gelaufen, würde man sagen.
So sind dann die gut ausgearbeiteten Pläne mit Zwischenstopps und -aufenthalte irrelevant geworden. Aber dennoch, der Plan mit wenig Mautkosten durch Frankreich zu fahren war gegeben. Ich kannte ja die guten Lademöglichkeiten an den Autobahnen, inklusive die mit den Mautkosten. Die Videos auf Youtube die darüber berichteten das man auch mit wenig Mautkosten durch Frankreich fahren kann, war dann Versuchung für mich genug. Auweia , was hab ich mir da angetan. Da braucht man Nerven für. Ladepunkte mit der KI rauszusuchen, schön und gut, aber nimmt es lieber als Option und nicht als das wo man sich drauf verlässt.
So wurde also Plan C, der am schlechteste durchgeplante Plan quasi aufgenommen, anstatt gemütlich durch Frankreich zu fahren, Kilometer fressen und das mit einem EV und Anhänger über viele Nationalstraßen. Wieder ein Abenteuer und das mit einem gestressten Nervenkostüm.
Kapitel 3:
„Die Reise beginnt“
Was soll man sagen, Plan B mit 4 Tagen gemütlich, wo man dann kurz nach mittag am Zielpunkt aufschlägt, hatte sich schnell zerschlagen, die Vorbereitungen hatten doch länger gedauert als erwartet, eine kleine Reparatur am Wohnwagen, war zeitraubender als erwartet. Auch das Vorbereitet des Wohnwagens hatte mehr Nerven gekostet, trotz das vieles vorbereitet war und man schon eine Routine besitzt.
Schnell war klar, wir müssen den Plan C, der wo man Kilometer frisst und das heftig.
Zur Einordnung: man kann mit einem Verbrenner, komplett auf Maut und notwendige Pinkelpausen die man einspart, das sicherlich in zwei Tagen hinbekommen, mit zwei Übernachtungen fast schon bequem, aber wir reden hier von knapp 2000 Kilometer. Das heisst 800-900 km an einem Tag. Mit einem EV ist das auf dem ersten Blick nicht zu schaffen. Wir haben das dennoch versucht. Erste Etappe war von Burscheid (NRW) nach Camping Les Herlequins (in Saint-Usage, Frankreich) waren so um die 600 Kilometer. Der zweite Tag war von Saint-Usage nach Roquecourbe, Frankreich. ca. 700 Kilometer.
