Gendarmerie Nationale in St.Tropez (Filmkulisse)
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Einfach mal ein Abenteuer !

Prolog:

Es war im November/Dezember 2024, da waren wir in Dänemark/Esbjerg zum Wintercamping. (zu dem Thema werd ich ggf. auch ein paar Worte verlieren) Wie es nunmal so ist, man sitzt im warmen Wohnwagen und stöbert durch die eMails. Ja, da flatterte die Mail von meinen PKW Händler/Hersteller ins Postfach, das mein Vertrag im Frühjahr 2025 endet und man langsam tätig werden sollte. Ich muß voranstellen das ich zur Zeit die Fahrzeuge lease. Also stand die Entscheidung im Raum, wie weiter ?

Kapitel 1:

„Oder die Suche nach einem neuen geeigneten Zugfahrzeug.“

Anfang der 90er war ich der irrsinnigen Meinung, in wenigen Jahren werden wir mit „alternativen“ Energien PKWs betreiben. War tief in der Materie, habe meine wissenschaftliche Arbeit dazu geschrieben und war fest der Meinung: „Das kann nicht mehr lange dauern! Maximal in 5 Jahren !!!“ – OMG, wie kann man nur so daneben liegen. Die Jahre flossen ins Land, anstelle der Alternativen hatte ich so einige Verbrenner (immer mit dem Vorsatz, der nächste wird sicher ein Alternativer sein – das erklärt auch mein Verhalten zum Leasen) die ich durch die Gegend steuerte. War am Anfang nur das sportliche und jugendliche Fortbewegungsmittel wurden die Fahrzeuge mit dem gesetzteren Alter dann auch gediegner und bequemer. Und dann auch in Hinblick auf das Ziehen eines Caravans. In der Zwischenzeit hatte ich als Zweitwagen einen reinen EV, für den urbanen (dieser Umstand wird später noch wichtig!) Fortbewegungsdrang war dieser ausreichend und auch überzeugend.

Weit ausgeholt zur Erklärung, kommen wir aber zum Winter 2024 in den warmen Wohnwagen zurück. Tja, die Frage stand im Raum, das alte Fahrzeug weiterhin nutzen ? (Dieselkombi, zuverlässiger und super bequemer Kamerad zum Reisen) Einen neuen Diesel nehmen, einen Hybrid oder doch gleich einen EV ? Nun, wer in Dänemark erst vor kurzem war, weiß das es gewisse Vorteile gibt wenn man mit einem EV fährt (z.B. bessere Parkplätze etc.) , Frankreich hat dieses Jahr (2025) die Anforderungen angehoben um mit einem PKW sich frei in den Städten zu bewegen. Norwegen, Schweden sind auch noch auf meiner Liste der Orte wo ich hin möchte und wo man Benefits bekommt, wenn man mit einem EV fährt. Es tut sich jetzt was und die Entwicklung wird immer schneller. Also war der Wunsch nach einem EV als Zugfahrzeug groß. Der Wandel ist zur Zeit so schnell als das sich ein Diesel oder Hybrid noch lohnen würde. (ich weiß, das sehen sehr Viele anders, aber die Wette läuft zu Zeit und ich denke, ich liege zZ mit meiner Annahme, trotz der geänderten Politik, inkl. der Klima- und Umweltpolitik, in Front)

Also ein EV ! Welcher ? Ja, da kommen wir dann zu dem Problem, was muß das Zugfahrzeug können. Erstmal ziehen ! Da fallen leider ein Haufen EVs raus. Ich weiß bis heute nicht wie man als Hersteller auf das dünne Brett gekommen ist selbst große Fahrzeuge ohne Zugfähigkeit zu konstruieren. (das eine Zoe nicht ziehen kann, geschenkt, dafür ist sie einfach nicht gedacht, das ein EQE oder EQS bis vor kurzem nicht ziehen konnten, OMG) Allradantrieb, sicherlich nützlich, leider eine Sache die die Suche erschwert, da es fast zur einer Punktladung zwingen würde. Denn der Endgegner ist die Reichweite, aka Batteriegröße (inkl. Ladekurve). Ist das bei Fahrzeugen die nicht ziehen und einen ordentlichen cw haben nicht so das große Thema, so ist das beim Ziehen eines Caravans schon eine andere Hausnummer. Denn leider ist die Ladeinfrastruktur in der Regel nicht dafür ausgelegt Gespanne zu laden. (ja, es ändert sich und die Niederlande, Dänemark zeigen es, das es auch anders geht, selbst Frankreich hat gute Ansätze, aber dazu später) Das bedeutet, abhängen und laden. Also je länger man ohne Nachzuladen fahren kann, umso besser.

Und da trennt sich die Spreu vom Weizen. Wie beim Völkerball, oder die 10 kleinen Jägermeister, lichtet sich das Feld der möglichen Fahrzeuge. Möchte man dann noch eine ordentliche Integration der Anhängerkupplung, kein SUV und kein Tesla (ja, auch darüber kann man sich streiten), ja, dann wird das Feld schon extrem übersichtlich. Am Ende wurde es bei mir ein BMW i4 edrive 40 mit der 83kWh Batterie. Leider ohne Allrad.

(das neue Zugfahrzeug)

Ja, Polestar, Volvo, Hyundai und Kia waren auch noch in der Verlosung, aber da ich noch keinen BMW hatte und der mir optisch gefallen hat, fiel die Wahl eben auf diesen.

Kapitel 2:

„Die Wahl ist getroffen“

Das ist aber nicht die ganze Wahrheit, zur Wahrheit gehört auch dazu das ich natürlich auch meinen alten Händler, mit dem ich wirklich sehr zufrieden war, eine Chance geben wollte. Leider schaffte er es nicht eine bezahlbare Möglichkeit zu beschaffen weil Mercedes Benz es einfach nicht geschafft hat zeitig ordentliche Fahrzeuge zu produzieren. Sicherlich, jetzt so langsam kommen die in die Pötte, aber da ich Fahrzeuge nicht bestelle sondern nur vom „Hof“ kaufe (alte Generation, man kauft nur was man vorher anfassen konnte, außerdem der Wertverlust ist bei Neuwagen einfach zu hoch) war nichts drin, außerdem die Preisgestaltung ist bei den deutschen Herstellern schon irgendwie fern ab der Realität, indem der gemeine deutsche Bürger lebt. (okay, der BMW ist teuer, aber nicht wirklich weit weg von den anderen Marken, auch die aus Korea. MB und der VAG Konzern haben aber den Vogel komplett abgeschossen)

Und das hat leider Zeit gedauert, viel Zeit. Irgendwann war mir klar, mein Händler wird kein Wunder vollbringen (trotz das MB und der Händler eigentlich verkaufen müssten und so finanzielle Kompromisse eingehen müssen, leider haben die IMHO auf die neue Regierung gesetzt). Was bedeutete, eine Alternative musste her. (s.o.)

Und da der Urlaub im Vorfeld schon geplant war, gab es eine Deadline. Die Suche nach einem neuen Fahrzeug war großzügig eingeplant und so war ich guter Hoffnung das alles wie am Schnürchen läuft. Wie schon erwähnt, der alte Händler hat echt viel versucht aber bis auf ein Angebot welches ich ablehnen musste (passte gar nicht zu meinen Vorstellungen) kam da nichts. Okay, dann ein anderer Händler/Hersteller. Aber auch da, Angebote zwar zahlreich aber meist außerhalb des finanziellen Rahmens oder aber wenn man dann die eine Nacht drüber geschlafen hat, am nächsten Tag dann schon wieder weg war. (Alder, ich dachte EV werden nicht wie geschnitten Brot verkauft, verschärft wird das weil heutzutage fast alles über einen zentralen Pool geht und sich da die Händler bedienen, d.h. verkauft wird bundesweit z.B.)

Trotz das ich mit viel Mühe meinen Urlaub um einige Wochen verschoben bekommen habe (da war das Korsett auch sehr eng) war es am Ende ein Fotofinish, trotz aller Bemühungen von beiden Seiten. Die geplante Testfahrt (verlängertes Wochenende) um Eigenheiten und das Gefühl für das neue Fahrzeug mit unseren Caravan zu bekommen, musste ausfallen. Vom Hof des Händlers quasi in den Urlaub. Und was ich da erlebt habe, folgt nun in den nächsten Kapiteln.

Kapitel 3:

„Vorbereitung ist Alles und Nichts“

Natürlich hatte ich im Vorfeld schon die Hinfahrt grob durchgeplant, Backup Ladekarte von Chargemap besorgt (soll als Universalkarte mit fast jeder Säule laufen, Preise, naja, teils extrem hoch, bis heute aber noch nicht benutzt), Abos und Ladekarte vom BMW besorgt (damit konnte man halbwegs kostengünstig in Deutschland, Luxemburg und Frankreich laden), Übernachtung auf einem Campingplatz reserviert usw. Mit 100% im Akku und das Gespann dann Richtung Südfrankreich über Luxemburg. Da ich zu Hause ja vorgeplant hatte, hatte ich Google Maps als Navigation gewählt. Ich weiß was die Profis der eMobilität auf Langstrecke jetzt sagen würden: „Nicht die beste Idee!“

Ich hatte also nun mit Google Maps und am Smartphone einer Ladeapp (die mir die nächsten Ladesäulen anzeigte) hantiert. Ich kann sagen, sehr umständlich. Die Ladeapps, die man anwerfen kann um zu schauen ist eine nette Idee, aber während der Fahrt damit rumzuhantieren, nein, das will man wirklich nicht. Auch am Display des PKWs anzuzeigen ist keine wirkliche Option. Ja, es geht, aber nein, für mich war das nicht praktisch und somit eine dumme Idee. Das kommt davon wenn man nur mit dem EV im urbanen Umfeld unterwegs ist und sonst bisher einen Heizofen mit vier Räder hatte.

Noch so eine Idee die man als EV Fahrer im Stadtdschungel kommt (ich zu mindestens) war, mit 100 % losfahren und dann bis zu 80% laden, man will ja den Akku schonen und so schnell wie möglich wieder auf die Bahn. Das mit den 80% hab ich nicht lang durchgezogen. Haben dann immer so geladen das es irgendwie passte, waren Essen, knapp 100 %, waren Toilette oder so, 90-95 %. Denn den Wohnwagen abzukuppeln um zu laden ist echt eine Qual. Je weniger Ladestopps, je länger man fahren kann, umso besser, jeder Mehrkilometer zählt.

(Und ja, dieses Gespann bzw. dieser Caravan ist echt noch gut zu handeln.)

(hier mal eine wirklich akzeptable Möglichkeit den Caravan abgekoppelt zu haben, in direkter Sichtweite)

(und hier die optimale Variante, angekuppelt an der Ladestation, und ja, Frankreich hat einige solcher Ladestationen auf der Strecke)

Leider gibt es dann solche Stationen wo man den Caravan außerhalb der Sichtweite, teils im Bereich LKW Parkplätze (bzw. Wohnmobil- / Gespannparkplätze) abstellen muss und dann mit dem EV zur Ladestation. Was aber gut funktioniert, man kommt in Frankreich eigentlich immer wieder zu jedem Punkt der Raststätte. Das heißt, sind die Ladestationen im vorderen Bereich und die Parkplätze im hinteren, so kann man dennoch immer wieder ohne Probleme zurück. Auf der Hinfahrt hatten wir leider ein paar davon, bei der Rückfahrt mit einem anderen Navigationsprogramm (vom BMW OS 8.5) dann nur noch eine.

Nach ca. 9 Stunden Fahrt hatten wir dann unser Zwischenstopp erreicht gehabt, Camping Les Herlequins bei Saint-Usage. Dieser kleine Campingplatz ist sehr beliebt bei den Transitleuten, da er ideal zwischen dem Ruhrpott/Rheinland und der cote d’azur liegt. Der Platz hat ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, die Stellplätze sind gut, das Waschhaus sauber (aber in die Jahre gekommen) und die Lokation sehr ruhig. Das Platzrestaurant war immer gut gefüllt und unser Mahl mit Fisch und Chips richtig lecker. Die notwendige Versorgung mit Backwaren am morgen ist auch gewährleistet. Das Laden ist eher suboptimal, es gibt da wohl Wallboxen in der Nähe, aber da lohnt es sich nicht wirklich, außer man hat keine andere Wahl. Einen Schnelllader gibt mindestens zwischen der Autobahn und dem Campingplatz den ich geortet habe, auf dem Parkplatz eines Supermarktes. Da aber die Autobahnen besser ausgestattet sind mit Schnelllader, würde ich die Planung so durchführen, das man das Hin und Zurück auf die Autobahn schaffen kann.

(Zwischenstation bei Camping Les Herlequins in Saint-Usage)

Kapitel 4:

„Und das Abenteuer beginnt“

Ich dachte, so, jetzt durchziehen bis zur cote d’azur, am ausgesuchten Campingplatz gibt es sogar eine Lademöglichkeit, kein Schnelllader, aber immerhin. Es zog sich schon noch wie ein Kaugummi, aber die Landschaft hat sich von ihrer besten Seite gezeigt, die Vorfreude gestiegen. Aber es die Tour hat dann nochmals mehr als 10 Stunden (meine es waren knapp 11 Stunden) gedauert. Hatte ich jetzt so nicht gedacht.

Was war jetzt das Abenteuer: nunja, vorher hatte ich kontrolliert gehabt das der ausgesuchte Campingplatz auch noch freie Plätze hat. Da ich aber zum ersten Mal diese Tour mit einem EV mache (kann ja was dazwischen kommen, oder irgendwo gefällt es uns so gut das wir länger bleiben), hatte ich nicht reserviert. Erster große Fehler. Ja, man muß wissen, es ist Nebensaison und die Auslastung ist immer so bei maximal 30-40 % zu der Zeit. Hatte mich aber auch informiert ob die Rezeption auch spät Abends auf hat. Ja, laut Webseite bis 22 Uhr (und bei Ankunft hatten wir kurz vor 21 Uhr). Aber leider nur in der Hauptsaison. Kann man das nicht deutlich dazu schreiben ? Pech gehabt, Tore zu, keine Möglichkeit mehr reinzukommen.

Ja, was macht man ? Ich kannte mich nicht in der Gegend aus, wusste aber es wäre ein Fehler irgendwo auf einem Parkplatz die Nacht zu verbringen. Okay, ist Nebensaison, aber das wollte ich jetzt wirklich nicht riskieren. Mangels Sprachkenntnisse war auch das Durchfragen keine Option.

Zweiter großer Fehler, da ich davon ausging das ich am Zielort abkuppeln kann und auch da Laden kann (oder mit dem EV dann se­pa­rat irgendwo später laden) war der Akku weit runter. Mit Caravan noch weitere Kilometer fahren ? Irgendwo laden ? Hmm, die nächste Ladestation war dann auf der Autobahn, also zurück auf die Autobahn und da ggf. irgendwo die Nacht verbringen. Tja, auch hier wieder falsch gedacht, die Parkplätze auf den Autobahnen nachts gesperrt. Die Ladestation leider auch. Da musste Plan B her, nächste Ausfahrt runter und ein Hotel ansteuern. Leider war der Akku soweit runter das wir nur noch mit 50 fahren konnten um nicht irgendwo stehen zu bleiben. Es hat dann doch geklappt, einer der bekannten kostengünstigen Hotelketten hat unser Gespann aufgenommen, EV und Caravan auf einen abgeschlossenen Parkplatz die Nacht in einem einfachen Doppelzimmer. Extrakosten die nicht sein hätte müssen. C’est la vie. Am morgen danach, Laptop auf, ein kleiner Campingplatz in der näheren Umgebung bei ausgesucht der auch eine sehr gute Bewertung hat und gleich reserviert. Caravan angehängt, zur nächsten Schnellladestation, Caravan wieder abgehängt und geladen. Zeit genutzt und in den nächsten McDonalds gegangen um Frühstück zu besorgen (Frevel, ich weiß, aber das Ding war auf, man kann per Computer bestellen und man weiß was man bekommt)

Aufgeladen ging es dann zu dem ausgesuchten Campingplatz, ruhig, ca. 30% belegt (wie schon erwähnt ist das zur der Zeit normal) und Lager aufgeschlagen. Wir sind endlich an der cote d’azur angekommen.

(Ankunft auf Camping La Brulade in La Londe-les-Maures)

Die Strecke insgesamt war ca. 1300 km inkl. des unfreiwilligen Stopps beim Hotel. Verbrauch war so um die 25 kWh/100km.

Fortsetzung folgt…

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